Thomas Hirschhorns temporäres Kulturprojekt Gramsci Monument in der Bronx

Thomas Hirschhorns temporärer Kunst-Pavillon "Gramsci Monument", 2013, Bronx, New York, Courtesy Dia Art Foundation, Foto: Romain Lopez

Thomas Hirschhorn, Gramsci Monument

Der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn hat inmitten einer sozialen Wohnungsbau-Siedlung in der Bronx einen Kultur-Pavillon aus Holz aufgebaut. Zehn Wochen lang (bis zum 15. September) sollen in dem „Gramsci Monument“ genannten Zentrum unter anderem Lesungen und Konzerte stattfinden, teilte die Dia Art Foundation mit, die das Projekt unterstützt.

„Ich habe mich eigentlich schon aus politischen Gründen dafür entschieden, es nicht in Manhattan zu machen“, sagte der Künstler der New York Times. „Es musste außerhalb des Zentrums sein.“ In dem Teil des New Yorker Stadtteils Bronx, den der Künstler für sein Projekt ausgesucht hat, leben viele Menschen unter ärmlichen Bedingungen, kulturelle Angebote sind rar. Das „Gramsci Monument“, das dem italienischen Philosophen und Marxisten Antonio Gramsci (1891-1937) gewidmet ist, ist Hirschhorns erstes Großprojekt in den USA.

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Das Gramsci Monument besteht aus gewöhnlichen Baumaterialien wie Holz und Plastikplanen und kann einfach auf- und anschließend wieder abgebaut werden. Den Auf- und Abbau übernehmen die Bewohner der Gegend zusammen mit Thomas Hirschhorn. Wie bei seinen früheren drei Monumenten, wollte der Künstler auch diesmal die Anwohner in allen Stufen des Projekts involvieren.

Theateraufführung im Thomas Hirschhorns temporären Kunst-Pavillon "Gramsci Monument", 2013, Bronx, New York, Courtesy Dia Art Foundation, Foto: Romain Lopez

Thomas Hirschhorn, Gramsci Monument

Das Gramsci Monument wird täglich Programm bieten, es wird Lesungen und Workshops für Kinder, eine tägliche Radiosendung und Zeitung geben. In der Bibliothek git es eine Auswahl von Bücher von und über Antonio Gramsci, eine Theaterplattform, eine Lounge, eine Internet-Ecke und die Gramsci Bar, die von Anwohnern betrieben wird. Thomas Hirschorn selbst wird Lesungen über Kunst veranstalten.

Um nah dran am Geschehen zu sein, wird der Künstler einige Zeit in der südlichen Bronx wohnen, zusammen mit den anderen Programmverantwortlichen und dem Kurator der Dia Art Foundation, Yasmil Raymond.

Im Lauf der Jahre hat der Documenta- und Venedig-Biennale-Teilnehmer neben seinen Galerie- und Museumsausstellungen immer wieder auch öffentliche Projekte realisiert. Der Künstler möchte dadurch auch kunstfremdes Publikum erreichen.

Das Gramsci Monument ist das vierte und jüngste Projekt aus der Reihe, die großen Denkern gewidmet ist und die mit dem Spinoza Monument in Amsterdam (1999) begann. Es folgte das Deleuze Monument, Avignon (2000) und das Bataille Monument in Kassel (2002).

Auch an die Bar hat Thomas Hirschhorn gedacht, Courtesy Dia Art Foundation, Foto: Romain Lopez

Thomas Hirschhorn, Gramsci Monument

Der Künstler Thomas Hirschhorn im von ihm bespielten Schweizer Pavillon der Venedig-Biennale 2011. Foto: Felix Hörhager

Thomas Hirschhorn