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Tony Cragg - Biographie

Tony Cragg, der Sohn eines Elektroingenieurs in der Luftfahrtindustrie, arbeitete nach dem Abitur zunächst als Praktikant bei einem biochemischen Forschungsunternehmen, bevor er sich der Kunst zuwandte. Er nahm sein Studium am Gloucestershire College of Art and Design auf, besuchte anschließend die Malklasse der Wimbledon School of Art, bevor er 1973 an dasRoyal College of Art in London wechselte.

Während seines Studiums verlagerte sich Tony Craggs Interesse vom Malerischen zum Plastischen, so spannte er Netze aus geknoteten Kordeln über Alltagsgegenstände. Seine Bekanntschaft mit Konzept-Künstler Richard Long beeinflusste sein Schaffen in dieser Periode. Auf seinen „Erkundungsreisen“ durch die freie Natur und auf Deponien sammelte Tony Cragg Gegenstände, die ihm als Material und als Anregung für neue Arbeiten dienten: Zivilisationsmüll trifft auf natürliche Materialien.

1976 nahm er einen Lehrauftrag an der Ecole des Beaux-Arts in Metz an. Ein Jahr später zog er nach Wuppertal, wo auch heute noch sein Wohnsitz ist. Zwei Jahre lebte er völlig zurückgezogen, um sich 1979 mit der Arbeit „New Stones, Newton’s Tones“ – einem Mosaik aus bunten, farblich geordneten und auf dem Boden ausgebreiteten Plastikstücken – in der Kunstszene zurückzumelden.

In den 80er Jahren war er auf vielen bedeutenden internationalen Ausstellungen vertreten. So zum Beispiel auf der documenta 7 und 8 in Kassel und auf fünf Biennalen in Venedig, Sao Paulo und Sydney. Mitte der 1980er Jahre zeichnete sich erneut eine Wende in Tony Craggs Werk ab: Objekte der Plastikära werden durch raumgreifende Bronzeplastiken ersetzt. 1988 erhielt er den Turner-Preis. Seit Ende der 1980er Jahre widmet sich Tony Cragg auch der Zeichnung.

Ab 1979 lehrte er an der Kunstakademie Düsseldorf, seit 1988 als Professor, um im Jahr 2001 als Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin zu beginnen. Seit 1994 ist er Mitglied an der Royal Academy of Arts, London, und seit 2002 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Außerdem wurde er im selben Jahr in den Stand eines Commander of the British Empire (CBE) erhoben. Er war Prorektor und seit 2009 Rektor der Kunstakademie Düsseldorf; in dieser Funktion folgte er Markus Lüpertz. Am 1. August 2013 gab er das Amt an Rita McBride ab. Anfang Februar 2015 wurde er zum Ehrenmitglied der Kunstakademie ernannt.

2009 wurde Anthony Cragg in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt.

Craggs erstes für den Außenbereich geschaffenes Werk war die Plastik „Wirbelsäule“. Sie ist Teil derSkulpturensammlung Viersen und steht seit 1996 neben der Kreisverwaltung Viersen.

Im August 2013 wurde in Wuppertal vor dem historischen Zoo-Hauptgebäude das erste Denkmal Tony Craggs aufgestellt. Die Skulptur heißt Domagk und erinnert an die Erfindung des ersten nutzbaren Antibiotikums, für das Gerhard Domagk den Nobelpreis erhielt. Im Juni 2014 wurde in der Fußgängerzone der Bonner Innenstadt die sechs Meter hohe Bronzeplastik Mean Average(dt.: Mittlerer Durchschnitt) im Beisein des Künstlers, des Bonner Oberbürgermeisters und des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder enthüllt.

 

Ausszeichnungen und Ehrungen

  • 1988 – Turner Prize, London
  • 1989 – Von der Heydt-Kulturpreis, Wuppertal
  • 1992 – Chevalier des Arts et des Lettres
  • 2001 – Shakespeare-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.
  • 2002 – Piepenbrock Preis für Skulptur
  • 2007 – Praemium Imperiale
  • 2009 – Goldene Schwebebahn, Wuppertal
  • 2008 – Ehrenring der Stadt Wuppertal
  • 2012 – Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 2012 – Cologne-Fine-Art-Preis
  • 2013 – Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland
  • 2014 – Ehrenbürger der Stadt Wuppertal
  • 2015 – Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf

Ausstellungen

  • 1981 Musée d’Art et d’Industrie, St. Etienne, Frankreich
  • 1982 Museo Cantonale d’Arte, New Stones, Newton's Tones, Lugano
  • 1983 Kunsthalle Bern, Schweiz
  • 1984 Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark
  • 1985 Kunsthalle Winterthur, Schweiz
  • 1986 The Brooklyn Museum, New York, USA
  • 1988 Biennale di Venezia, Italien
  • 1989 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
  • 1990 The Art Institute of Chicago, Chicago, USA
  • 1991 Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande
  • 1992 Musée Departemental d’art Contemporain, Rochechouart, Frankreich
  • 1994 Kunstmuseum St. Gallen, Schweiz
  • 1995 Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, Spanien
  • 1996 Städtische Galerie im Park Viersen, Deutschland
  • 1997 Museu d’Art Contemporani de Barcelona, Spanien
  • 1998 Ulmer Museum, Ulm; Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
  • 1999 Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • 1999 Galerie der Stadt Stuttgart, Stuttgart („Spyrogyra“)
  • 2000 Tate Gallery, Liverpool
  • 2000 Works in space, Sammlung Essl – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien
  • 2001 Kunstsammlungen Chemnitz, Chemnitz
  • 2003 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
  • 2004 Fundacao Serralves, Museu Serralves, Porto, Portugal
  • 2005 neues museum, Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg
  • 2005 figur / skulptur, Sammlung Essl – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien
  • 2006 Akademie der Künste, Berlin; Eröffnungsschau H2 – Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg
  • 2007 Tony Cragg – das Potenzial der Dinge, Lehmbruck-Museum, Duisburg
  • 2008 Tony Cragg >< F. X. Messerschmidt, Orangerie im Schloss Belvedere, Wien
  • seit 2008 Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal
  • 2009 Tony Cragg – Second Nature, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Bronzeskulpturen, Museum der Moderne Salzburg
  • 2010 CORSO. Werke der Sammlung Essl im Dialog, Sammlung Essl – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien
  • 2011 Tony Cragg – Figure out / Figure in, Louvre, Paris, Frankreich; Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg hier betitelt: Dinge im Kopf
  • 2011 Tony Cragg: Sculptures and Drawings. Scottish National Gallery of Modern Art One
  • 2012 Against the grain, Ernst-Barlach-Haus Hamburg
  • 2012 MATRIX in der Nord/LB art gallery in Hannover
  • 2016 Parts of the World, Retrospektive, Von der Heydt-Museum, Wuppertal

 

 

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