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Marilyn Minter - Biographie

Marilyn Minter (*1948) stellt  die Darstellung von Erotik und Weiblichkeit ins Zentrum ihrer Malerei. Für ihre hyperrealistischen Arbeiten, die mit Emaillelackfarben auf Aluminiumplatten aufgetragen werden, verwendet sie ihre eigenen Fotos als Motive. Sie zeigen scheinbar glamouröse Nahaufnahmen von schönen makellosen Frauen – häufig sind es großformatige Gemälde von Lippen, Augen oder Füßen. Die Künstlerin konterkariert die perfekte Fassade jedoch, indem sie störende Elemente einbringt. Die Füße ihrer Models stecken in Stilettos, die mit Klunckern besetzt sind, doch dann lässt Minter sie durch eine Pfütze stampfen. Von den sinnlichen Lippen tropft dickflüssige goldfarbene Farbe, die auch die Zähne verfärbt und beschmiert. "Die Kunst lässt Licht auf die Seiten des Lebens fallen, die sonst niemand festhält. Weil sie nicht perfekt sind und zeigen, dass alles jeden Moment auseinanderfallen kann", sagt Marilyn Minter. In ihren Arbeiten sind es die Details, die das perfekt gestylte Ganze aushebeln und die Illusion zerstören, die uns die Welt der Werbung ganz ähnlich präsentiert.

Marilyn Minter - Kunstausstellungen

Lange Zeit galt Minter als Geheimtipp, bis sie 2005 aus heiterem Himmel ihre erste große Museumsausstellung im San Francisco Museum of Modern Art bekam. Der amerikanische Modeschöpfer Tom Ford engagierte sie als Fotografin. Und 2009 zeigte Madonna ihren Film "Green Pink Caviar" als Bühnenhintergrund auf ihrer Tournee »Sticky & Sweet«. Seitdem hat die Künstlerin weltweit Anerkennung und Sammler gefunden. Und das, obwohl sie sehr lange auf den Erfolg warten musste – allzu schmuddelig fand man ihre "Porn Pictures" aus den Achtzigern. Das lange Ringen um Anerkennung hat Minter geprägt und demütig gemacht: "15 Jahre lang war ich in einer Art Koma. Die nächsten zehn Jahre erzählte man mir, dass ich nichts zu bieten hätte", sagte sie einmal. "Als der sogenannte Erfolg kam, verfügte ich über das richtige Werkzeug. Ich mache wie immer einfach meine Arbeit. Dass ich heute oben bin, kann sich morgen ändern." Mehr als 20 Jahre lang wechselten sich Phasen ab, in denen die Künstlerin entweder von der Kritik komplett ignoriert oder aber verrissen wurde. Von ihrer Kunst konnte sie lange nicht leben und verdiente ihren Lebensunterhalt als Lehrerin. Aufgegeben hat sie nie. Es ist Minters großer Verdienst, dass sie sich immer gegen das Tabu gestemmt hat, als weibliche Künstlerin erotisch aufgeladene Bilder zu machen. Bis heute sind ihre eigenwilligen Inszenierungen von Erotik, Sexualität, Geld und Glamour bissige Kommentare auf die Dekadenz und die Abgründe der Gesellschaft. Die Lust an der Zurschaustellung und Offenlegung des Intimen hat Minter schon früh gehabt und ihre schwierige Kindheit hat sie sicherlich auch dabei geprägt. Schon ihre erste größere Serie "Coral Ridge Towers", die Marilyn Minter während ihres Studiums an der University of Florida zeigte, erschütterte ihre Mitstudenten: Dafür fotografierte sie 1969 ihre drogensüchtige Mutter, die stets Wert auf ihr Make-up legte, aber die meiste Zeit im Bett verbrachte. Später studierte sie an der Universität in Syracuse im Bundesstaat New York und verbrachte die 70er Jahre im wilden New Yorker East Village, die von Kokain und Alkohol bestimmt waren, sowie zwei Entziehungskuren.

 

Doch das ist längst Geschichte. Heute gibt es Wartelisten für ihre Arbeiten, für die Sammler bis zu 400 000 Dollar zahlen. Bei der aufwändigen Produktion lässt sich Minter daher von einem kleinen Assistententeam unterstützen. Auch das ist ungewöhnlich für eine Künstlerin, die damit weltweit eine von nur wenigen Künstlerinnen ist, die wie viele ihrer erfolgreichen männlichen Kollegen eine Factory betreiben. Doch Marilyn Minter hatte noch nie Angst anders zu sein. Und das ist sicher einer der Gründe für ihren Erfolg.

 

Arbeiten von Marilyn Minter können Sie im Shop kaufen.

ARTWORKS FOR SALE

»Stepping Up«, 2005 © Marilyn Minter, Courtesy Salon 94, New York

Marilyn Minter: Stepping Up, 2005

»Glazed«, 2008 © Marilyn Minter, Courtesy Salon 94, New York

Marilyn Minter: Glazed, 2008